Ralph Baer – Der Uropa der Playstation

8. Dezember 2014

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1966 saß Ralph Baer in einem Bushäuschen in Manhattan und kritzelte vier Seiten seines Notizblocks voll: Details einer „Spielekiste“, mit der man Brett-, Action-, Sport- und andere Spiele auf einem handelsüblichen TV-Gerät spielen könnte. Sein Chef bei dem Rüstungsunternehmen, für das er damals arbeitete, war angetan und verschaffte ihm ein Forschungsbudget von 2000 Dollar. Das genügte Baer, um bis 1969 die Brown Box zu entwickeln, das erste Videospielsystem der Welt.

Das berühmteste der wenigen Spiele, die der Prototyp beherrschte, nannten Baer und seine Mitarbeiter „Ping Pong“ – zwei Schläger, ein Ball und ein Drehknopf mit den man die Flugbahn beeinflussen konnte. Baers Arbeitgeber aus der Rüstungsindustrie ließen die Idee patentieren und verkauften eine Lizenz an den Fernsehgerätehersteller Magnavox. Der baute 1972 die „Brown Box“ nach und nannte sie Odyssey – sie war die erste kommerzielle Videospielkonsole der Welt.

Den Titel Vater der Videospiele trug trotzdem lange ein anderer: Der junge Nolan Bushnell, der später Atari gründete, hatte einmal Gelegenheit, Baers Spiel auszuprobieren und entwickelte kurze Zeit später den legendären Arkade-Automaten Pong.

Bushnell hat stets bestritten, die Idee geklaut zu haben. Aber seine Unterschrift im Gästebuch einer Demonstrationsveranstaltung beweist, dass er die Odyssey ausprobiert hatte, bevor er mit „Pong“ die Videospielrevolution startete. Die Odyssey fand damals etwa 350.000 Käufer. Bushnells Konsole Atari 2600, die wenige Jahre später auf den Markt kam – entwickelt mit dem Geld, das die Pong-Automaten eingebracht hatten – wurde angeblich 25 Millionen Mal verkauft.

Später machte Baer sich selbstständig und entwickelte eine verrückte Idee nach der anderen: beispielsweise einen Plüschbären, der sich mit einem Cartoon-Pendant auf dem Fernsehbildschirm unterhalten kann und die erste sprechende Fußmatte. Er besaß über 150 Patente – nicht nur für witzigen Kram, sondern zum Beispiel auch ein System zur Enttarnung von Unterseebooten. Auch ein echter Klassiker geht auf sein Konto: „Simon“, ein Spiel, bei dem farbige Tasten aufblinken und Töne produzieren, die man dann in der richtigen Reihenfolge nachspielen muss. In Deutschland wurde das Spiel, das in den Achtzigern in jedem zweiten Kinderzimmer zu finden war, als „Senso“ berühmt. Es ist bis heute auf dem Markt.

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